Helmut Niederdränk spendete Kanzelstifterbrief Nr. 847 am 23.07.2025
Helmut Niederdränk aus Rathenow feierte am 23.07.2025 seinen 76. Geburtstag. Aus diesem Anlass spendete er den Kanzelstifterbrief Nr. 847 für die Nachschnitzung der Barocken Kanzel in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Der Förderkreis bedankt sich für die Spende. Die Barocke Kanzel war ein einmaliges Zeugnis des Protestantischen Pietismus in dieser Kirche. Sie wurde 1709 von Johann Vorberg angefertigt. Sie war sein letztes großes Werk und zeigt eine gereifte Meisterschaft des Künstlers. In Neuendorf am Damm sind Reste einer gleichen Kanzel noch zu bewundern. Die Hauptfigur ist Mose als Kanzelträger. Ein junger couragierter Mann, der kraftvoll in die Zukunft schaut. Er hat mit seinem Lebenswerk, das Volk Israel aus der Sklaverei der ägyptischen Pharaonen zu befreien und aus ihnen das Volk Gottes zu machen, seine ganze Kraft eingesetzt. Der Weg durch die Wüste von Ägypten bis nach Israel dauerte 40 Jahre und konnte von ihm nicht mehr verwirklicht werden. Ein andere Anführer des Volkes Israel hat diese Aufgabe übernommen. Aber er erhielt auf dem Berge Sinai, auch Horeb genannt, die zehn Gebote aus Gottes Hand. Das sind bis heute wichtige Grundsätze für das menschliche Zusammenleben und den Frieden zwischen den Völkern. Sie lauten:

Zehn Gebote in Hebräisch
1. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir
2. Du sollst dir kein Kultbild machen
3. Du sollst den Namen deines Gottes nicht missbrauchen
4. Du sollst den Feiertag heiligen
5. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren
6. Du sollst nicht töten
7. Du sollst nicht ehebrechen
8. Du sollst nicht stehlen
9. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden gegen deinen Nächsten
10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut
Möge Gott, gelobt sei sein Name, der Stadt Rathenow für die nächsten einhundert Jahre Frieden schenken, damit die Kirche nicht noch einmal ein Opfer von Brand und Zerstörung wird. In der Nacht vom 28.04. zum 29.04.1945 wurde die Sankt-Marien-Andreas-Kirche von Brandgranaten getroffen und versank in Schutt und Asche. 2025, also 80 Jahre nach ihrer Zerstörung, ist es dank der Hilfe der Bundesregierung und der Landesregierung von Brandenburg mit 7,5 Millionen Euro Fördermitteln gelungen, die Kirche zum Lobe Gottes in der Hülle wiederaufzubauen. Wir danken Gott für seinen Segen. Nun fehlen noch die Nachschnitzung der Barocken Kanzel und eine neue Orgel, die jeweils eine Million Euro kosten sollen.
Copyright: Dr. Heinz-Walter Knackmuß, 23.07.2025